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„Die Kulturlandschaft wird von einer kulturellen Gruppe aus der Naturlandschaft heraus gestaltet. Kultur ist die treibende Kraft, der natürliche Raum das Medium und die Kulturlandschaft ist das Ergebnis“ (Sauer, C.O. 2005: 103). Kulturlandschaften sind durch Nutzung gestaltete räumliche Systeme, gezeichnet durch stak veränderten oder unterbrochenen Stoffkreisläufe von Material und Energie. Merkmale vorindustrieller Kulturlandschaften sind vielfältige ästhetische Formen, entstanden durch lokale Adaptionen, Traditionen und Stile und dezentrale, kleinräumige Anpassungen an unterschiedliche Umweltbedingungen. Diese Merkmale bleiben als kulturelles Erbe in vielen heute touristisch beliebten Kulturlandschaften erhalten, die landwirtschaftlich nicht mehr produktiv sind, beispielhaft Heidelandschaften in Norddeutschland, oder historische Reisanbauterrassen in China. Einige alte Kulturlandschaften sind heute sogar als neue Wildnis-Gebiete begehrt: Sie bieten durch künstlich erhaltene historische Bewirtschaftungsformen den Arten, die sich auf diese Gebiete spezialisiert haben, einen letzten Lebensraum. Merkmale vorindustrieller Landwirtschaft und nachhaltige Bewirtschaftungsformen dringen zudem wieder in Stadtbilder ein, indem sie beispielsweise in neue Wohngebitete oder urbane Parks ästhetisch oder produktiv integriert werden.
Sauer, C.O. (2005): Morphologie der Landschaft. Auszüge. In: Franzen, B., Krebs, S. (Hrsg.): Landschaftstheorie. Texte der Cultural Landscape Studies, Köln, S. 91-108. 

Landschaftssystem Landschaftsraum Landschaftsdetail Abiotische Faktoren Biotische Faktoren– Vegetation und Fauna Natürliche Veränderungsprozesse und Dynamiken Bewirtschaftung und Pflege Nutzung und Aneignung Steuerung und Kontrolle Geschichtliche Transformationen Herausforderungen der Zukunft Zukunftsszenario
Altes Land, Hamburg
Fischbeker Heide, Hamburg
Jianzhu University, Shenyang
Vier- und Marschlande, Hamburg